Das einzig wahre Moment Theater
Szenen aus dem Repertoire des Moment Theaters
 
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Die kleine aber feine Geschichte des einzig wahren Moment Theaters

Das Einzig Wahre Moment Theater kompakt: Unsere Präsentationsmappe können Sie hier herunterladen (PDF, 1.6 MB)

--> 1993/94 taten sich die Schauspieler Monika Rogge, damalige Förderpreisträgerin am Rheinischen Landestheater Neuss (RLT), und Patrick Schad, ebenfalls am RLT engagiert, zu der Produktion "Der Schuhu und die fliegende Prinzessin", einer szenischen Lesung für Wachsende und Gewachsene, von Peter Hacks, zusammen. Mit von der Partie waren als Regisseurin Inge Harms, ehemalige Theaterpädagogin am RLT, und Frank Sender als Licht-, Ton- und Bühnentechniker.

Nach dem Weggang von Frau Rogge schloss sich die Produktion "Dreck" von Robert Schneider an. Die Regie führte Frau Harms, Licht-, Ton- und Bühnentechnik wurden von Frank Sender betreut. Es spielte Patrick Schad in der Rolle des Sad. Diese Produktion wurde an unterschiedlichen Spielorten und Spielstätten mit großem Erfolg aufgeführt.

Zu der gleichen Zeit trat das Ensemble unter dem Namen "Moment Theater" auf. Als 1995/96 die nächste Produktion in Angriff genommen wurde, stellte sich heraus, dass eine andere Truppe ebenfalls unter diesem Ensemblenamen arbeitete und ihn auch weiter nutzen wollte. So kam es zur Umbenennung in "Das Einzig wahre Moment Theater".

1996 folgte eine Arbeit frei nach Stephen Kings "Shining" mit dem Titel "Das Haus". Dieses Horrortheaterexperiment unter der Regiearbeit des Dreigestirns Runkel/ Schad/Sender war, obwohl von der Presse nicht gerade mit Rezensionen überhäufte, das bestbesuchte Theaterstück am Theater am Schlachthof in der Spielzeit 1996/97.

1997 wagte sich das Ensemble an die halsbrecherische Sprache des leider viel zu früh verstorbenen österreichischen Dramatikers Werner Schwab und sein Fäkaliendrama "Volksvernichtung oder meine Leber ist sinnlos". Unter der Regie von Patrick Schad erarbeitete das Ensemble eine turbulente Radikalkomödie, welche am 14. November 1997 im Theater am Schlachthof Premiere feierte und sich seither voller Ränge erfreute.

Insgesamt darf man sagen, dass Das Einzig wahre Moment Theater sich nicht scheut, den Sprung zwischen Märchen und skurriler Radikalkomödie zu wagen, zu vollziehen und zu meistern.

1998 erarbeitet Patrick Schad mit seinem Ensemble ein Stück von George Tabori. "Die Goldberg-Variationen", eine wunderbar skurrile Parodie auf das Genre Theater. Dieses Stück wurde fast von seinem eigenen Plakat in den Schatten gestellt. Über dieses nämlich echauffierte sich der Neusser Klerus sowie die Neusser Mehrheitspartei derart, daß sie die Abhängung desselben verlangten, ohne das Stück je gesehen zu haben. Dieses war mit umfangreicher und freundlicher Subventionierung der Landeszentrale für politische Bildung NRW sowie des Kulturamtes der Stadt Neuss gefördert worden. Das alles schadete dem Stück nicht im Mindesten, im Gegenteil: Bei Kritik und Publikum ein voller Erfolg erfreute es sich größter Beliebtheit, solange es im Repertoire stand.

Im Anschluss hat sich das Ensemble die Rechte an dem Stück "Lederfresse" von Helmut Krausser für die Spielzeit 1999/2000 gesichert. Premiere hatte diese Produktion am 15. September 1999 im Theater am Schlachthof Neuss. Das Stück hat eine Aufführungsdauer von ca. 1 1/2 Stunden und eignete sich insbesondere zur Aufführung auf Studiobühnen.

Gefördert wurde diese Produktion wiederum durch das Kulturamt der Stadt Neuss und private Sponsoren: Das Fleischerfachgeschäft Matzner, das Maschinenhaus Bismarck, Merkle & Behrens Gaststätten GbR, das "Okie Dokie" sowie die Fa. Noodles Noodles & Noodles Commercial Arts Agency.

Nun erarbeitete das Ensemble eine Inszenierung von "Auf hoher See" von Slavomir Mrozek. Regie führten der polnische Staatsschauspieler Marek W. Wrobel und Jürgen Schmitz. Die Premiere lief am 25. Mai 2000 als letzte Inszenierung des Einzig wahren Moment Theaters am Theater am Schlachthof über die Bühne. Seither arbeitet das EWMT gefördert von der Stadt Neuss im Kulturkeller der Stadt Neuss.

Hier erarbeitet das runderneuerte Ensemble unter der Regie von Stephan Schlögl und Patrick Schad das wunderbare, im gehobenen Boulevard angesiedelte Stück "Kunst" von Yasmina Reza, das seit seiner Premiere am 1. Dezember 2000 über sechzig mal nicht nur in Neuss gespielt wurde, sondern auch in anderen Städten und auf Privatveranstaltungen - ein Garant für einen humorvollen, bissig intelligenten und kurzweiligen Theaterabend.

"Kunst" und die Folgeinszenierung "Geschlossene Gesellschaft" von J.P. Sartre in der Regie von Patrick Schad füllten die Ränge im "Sommertheater in der Theaterscheune Knechtsteden" August/September 2002 und zählten zu den erfolgreichsten der eingeladenen Produktionen.

Kurz darauf erprobte das Ensemble unter der Regie von Michael Rogner und Jürgen Wagenbach die Komödie "Der Erzbischof ist da"von Peter Sattmann. Das Solotheaterstück für einen männlichen Schauspieler mit dem Untertitel "Die letzte Rolle, ein letztes Experiment und dann das Letzte" wurde 1980 am Schauspielhaus Bochum uraufgeführt. 23 Jahre später, am 18.Januar 2003, fand Patrick Schad sich in der Rolle des Kastrop wieder und tourt seither immer wieder mit dieser theater-selbstreferentiellen Suizidalkomödie. Mit dieser Produktion schaffte es das Ensemble zu einer Nominierung zum 11. Theaterfestival "Theaterzwang", ausgewählt aus 180 Bewerbungen.

Umfangreiche Vorbereitungen in Zusammenarbeit mit dem "Galerietheater Zons" für die Eröffnungspremiere des "Sommertheater in der Theaterscheune Knechtsteden" mit dem Schelmenstück "Madschnun al Malik – der Narr des Königs" in sieben Aufzügen und sechs Verwandlungen scheiterten leider daran, dass der schiere Aufwand mit dem zur Verfügung stehenden Etat nicht zu stemmen war, ohne das phantastisch sprachmächtige Stück nicht hinnehmbar zu verstümmeln. Mit viel Beifall bedacht wurden die stattdessen zum Festival entsandten Repertoirestücke "Kunst" und "Erzbischof" sowie die kurzfristig erarbeitete musikalisch begleitet Lesung von Eric E. Schmitts "M. Ibrahim und die Blumen des Koran", mit der Patrick Schad, kongenial mit Eigenkompositionen des Gitarristen Thomas Schneider live begleitet, derzeit bundesweit tourt.

Vom gleichen Autor sollte kurz darauf, am 22.August 2003, das eindringliche Zwei-Personen-Drama "Enigma" in der Inszenierung von Patrick Schad Premiere feiern. In einem spannenden, nicht immer ganz offenen verbalen Duell umschlichen sich dort Patrick Schad und Michael Rogner in den Rollen eines misanthropischen Literaturnobelpreisträgers und des ihn interviewenden Journalisten. Auch diese Produktion konnte an die verschiedensten Spielorte entsandt werden und ist fest im Repertoire.

Parallel führte das EWMT in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Neuss 2002/03 eine theaterpädagogische Stadtteilarbeit mit einer Grundschule in Derikum durch. Im Haus Derikum erarbeiteten Patrick Schad und die Sängerin und Schauspielerin Birgit Meyer, die schon als Estelle in der "Geschlossenen Gesellschaft brillierte, mit türkischen und deutschen Schulkindern gemeinsam das Märchen "Wo die wilden Kerle wohnen". Im Schuljahr 2003/04 wurde diese Arbeit erfolgreich mit dem Projekt "Der Schuhu und die fliegende Prinzessin" nach Peter Hacks fortgesetzt.