Das einzig wahre Moment Theater
Szenen aus dem Repertoire des Moment Theaters
 
Aktuell
Programm
Vorschau
Geschichte
Ensemble
Repertoire
Presse
Archiv
Links
Newsletter
Kontakt
Impressum
Sie befinden sich hier: -> Startseite -> Presse -> Presseartikel

Aus der Pause zurück

Mit neuem Elan und neuen Mitstreitern in seinem "Einzig Wahren Moment Theater" hat Patrick Schad zum zehnjährigen Bestehen der Gruppe einen Spielplan mit neun Projekten für den Kulturkeller auf die Beine gestellt.

NGZ, 15. Oktober 2004

Neuss. Nach einer künstlerischen Pause ist es wieder da - das "Einzig Wahre Moment Theater", das seine Heimat im Kulturkeller hat und von Patrick Schad geführt wird. Seit Beginn des Jahres war von der freien Gruppe nicht mehr viel zu hören, was daran lag, dass Schad zum einen seine berufliche Situation klären wollte und zum anderen innerhalb des Ensembles einige Verwerfungen wieder glätten musste. "Wegen unterschiedlicher Auffassungen über unsere Arbeit" habe er sich inzwischen von Jürgen Wagenbach und Michael Rogner getrennt, erklärt Schad.

Gleichwohl ist das Moment-Theater in der Team-Zahl konstant geblieben, denn mit Axel Lange ist ein neuer Schauspieler zu Schad, Birgit Meyer, Sigrid Hecker und Dieter Nöhre gestoßen, und mit Dawn Starr, die zurzeit als Regieassistentin bei Schad arbeitet, steht ein weiteres neues Mitglied in den Startlöchern.

Auch seine persönliche Situation hat der Schauspieler geklärt: Ende September hat er seinen Job in der Aufnahme einer psychatrischen Klinik aufgegeben und will nun "versuchen, ganz von meiner künstlerischen Arbeit zu leben".

Doch zunächst einmal wird gefeiert. Denn das Moment-Theater ist in diesem Jahr zehn Jahre alt geworden, und so gerät der Spielzeitauftakt am 23. Oktober im Kulturkeller zu einer besonderen Veranstaltung. "Wegwerpen" heißt ihr Thema und präsentiert eine Modekollektion von Anette Camara, die Altkleider neu gestylt hat. "Eine sehr künstlerische Arbeit", wie Schad ihr attestiert, er selbst wird auch modeln und dabei Liebesgedichte rezitieren. Danach wird der Catwalk zum Tanz freigegeben.

Liebesgedichte tragen indes auch einen ganzen Abend, hat sich Schad zudem gedacht und zusammen mit Birgit Meyer ein Programm zusammengestellt, das sich "Küss mich, als wär´s das letzte Mal" nennt. "Eine humoristische Geschichte der wolllüstigen Küsse" verspricht Schad den Zuschauern, die am 5. Dezember im Kulturkeller dabei sein werden. Mit dabei ist auch der Pianist Axel Weggen.

An Weihnachten kommt auch das Moment-Theater nicht vorbei, allerdings soll es dort etwas anders ausfallen. Skurrile Geschichten rund um die Frage "Ist der Weihnachtsmann denn noch zu retten?" stehen im Mittelpunkt einer Lesung am 21. Dezember. Nur einen Tag später steht noch einmal "und wahrscheinlich im Kulturkeller auch zum letzten Mal" gibt es die Lesung "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran".

Eine Wiederaufnahme ist die Inszenierung "Enigma", die indes bisher nur einmal im Kulturkeller und dann noch beim Knechtstedener Theatersommer zu sehen war. Allerdings hat sich die Besetzung geändert, aber "es bleibt bei der bewährten Bearbeitung" sagt Schad. Auf zwei andere Projekte scheint der Schauspieler besonders stolz zu sein: Stephan Harborts Buch "Ich musste sie kaputtmachen" über den Serienmörder Joachim Kroll und Eva Maria Kohls Geschichte "Wanda Wind" über sexuellen Missbrauch von Kindern will er zu zwei szenischen Lesungen verarbeiten und hofft, damit eine Diskussion über "Opfer und Täter anzustoßen".

Während die Arbeit am Spielplan des Kulturkellers von Optimismus bestimmt ist, sieht Schad sein Projekt "Theater mit Kindern" in der Grundschule Derikum weniger zuversichtlich. Dort haben sich in seinen Augen die Arbeitsbedingungen so verschlechtert, dass er überlegt, das Projekt von der Schule zu lösen und im Kulturkeller als offenes Angebot zu platzieren. Zudem überlegt er künftig auch Schauspielkurse für Kinder und Erwachsene anzubieten, die dann in eine Aufführung münden könnten.

von Helga Bittner