Das einzig wahre Moment Theater
Szenen aus dem Repertoire des Moment Theaters
 
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Von der Modenschau bis zur Mordserie

Mit einem facettenreichen Programm und kuriosen Pret-a-porter feiert das "Moment-Theater" sein Zehnjähriges

WZ, 15. Oktober 2004

Neuss. In die bunte Welt der Mode führt das "Moment-Theater" am 23. Oktober um 20:30 Uhr seine Zuschauer im Kulturkeller. Jenseits vom Glamour a la Gucci und Armani präsentiert die Mondeschau unter dem kuriosen Titel "Wegwerpen" eine Kollektion der Textildesignerin Anette Camara, die ihre Modelle aus Altkleidern zusammen schneidert. Sie vermag abgelegte Klamotten zu völlig neuen Fummeln umzustylen. Zum Lauf über den Catwalk erklingt Musik. Und Ensembleleiter Patrick Schad liest Lyrik zum Thema Liebe.

Mit diesem ungewöhnlichen Pret-a-porter eröffnet das Ensemble seine Saison, die diesmal ganz im Zeichen des zehnjährigen Bestehens des "Moment-Theaters" steht. Nach der Modenschau wird mit einem Glas Sekt gefeiert und die DJs vom "Sperm Club" legen dazu heiße Scheiben auf.

Der Liebeslyrik noch nicht genug, gibt es am 5. Dezember unter dem Titel "Küss mich als wär´s das letzte Mal" einen ganzen Abend mit amourösen Gedichten. Dazwischen erklingen Chansons mit Klavierbegleitung. Als Clou rollt das Theater noch unter der Fragestellung "Woher kommt der Kuss" die Geschichte des Busserls auf.

"Mich hat angenehm überrascht, dass Lesungen so gut in Neuss ankommen", freut sich Patrick Schad. Er habe damit vor einigen Jahren als Experiment angefangen und damit viele Menschen mobilisieren können, ins Theater zu gehen.

Zur Weihnachtszeit möchte er "Das etwas andere Weihnachten" zeigen und hat sich auf die Suche nach skurrilen Geschichten zu "heiklen Themen", "falsche Geschenke" und "Überraschungen" gemacht, die er am 21. Dezember erzählen will. Aber auch die harmonische Seite des Festes gedenkt er zu portraitieren und setzt die religionsübergreifende Parabel "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" am 22. Dezember als Wiederaufnahme auf das Programm.

Sehr speziell wird es mit zwei Buchbearbeitungen, die Schad im nächsten Jahr auf die Bretter bringt: "Ich musste sie kaputtmachen", so der gefährlich klingende Titel des Buches über den berüchtigten niederrheinischen Massenmörder Joachim Kroll, das der Kriminalhauptkommissar und Experte für Serienmorde Stephan Harbort verfasste.

Die Geschichte "Wanda Wind" von Eva Maria Kohl handelt von sexuellem Kindesmissbrauch, das Schad mit seinem Ensemble nun zu einem Kindertheaterstück für das Grundschulalter umgearbeitet hat.

Schad engagiert sich schon seit Jahren für eine Theater AG mit Schülern der Geschwister-Scholl-Grundschule. Da gehört viel Idealismus zu, denn Reichtümer sind mit dieser Arbeit kaum anzuhäufen. "Wenn ein Stück gut läuft, verdiene ich damit 100 Euro im Monat". Die Stadt Neuss stellt zu günstigen Konditionen - 20 Prozent der Abendeinnahmen gehen an die Kommune - den Kulturkeller an der Oberstraße 17 zur Verfügung und unterstützt vereinzelt Projekte mit jeweils 1.200 Euro. "So viel kostet alleine das Plakat. Die Förderung der Theater muss gerechter verteilt werden!"

von Lars Wallerang